Kantine: Wie können Kantinenmenüs nachhaltiger werden?: Unterschied zwischen den Versionen

Aus ErWiN
(Neuer Aufbau und erste Inhalte)
(Erweiterung des Artikels)
Zeile 47: Zeile 47:
 
* Beeinflussung Erwartung / Wahrnehmung der Speise
 
* Beeinflussung Erwartung / Wahrnehmung der Speise
 
|}
 
|}
 +
 +
Die Wahl eines Lieblingsgerichts und die damit verbundene Wirkung kann zum Beispiel bei der Planbarkeit helfen und damit Lebensmittelverschwendung reduzieren.
 +
 +
Wenn man die Reihenfolge der Servicelinie dahingehend anpasst, dass das nachhaltige Gericht dort platziert wird, wo am häufigsten gekauft wird, dann führt das zu einem erhöhten Absatz dieses Gerichts.
 +
 
=== Nudging ===
 
=== Nudging ===
 +
Unter Nudging versteht man das Stupsen oder Schubsen in eine Richtung. Man lenkt den/die Verbraucher*in in die gewünschte Richtung.
 +
 +
Am Beispiel einer Konferenz: Es werden immer zwei Gerichte im Vorfeld zur Wahl gestellt. Bisher war das Fleischgericht das Default-Gericht, welches vorausgewählt war. Das wurde zu etwa 80 % bzw. die Standardauswahl nicht verändert. Im darauffolgenden Jahr wurde das vegetarische Gericht als Standard vorgestellt und es haben sich wieder etwa 80 % für das Default-Gericht entschieden oder die Auswahl nicht geändert. Es bedeutet eine Überwindung sich aktiv gegen das Gericht zu entscheiden, das "alle" wählen.
 +
 +
Ein weiteres Beispiel ist der Effekt von Tellergrößen. Auf kleinen Tellern sieht die gleiche Menge nach mehr aus, als bei großen Tellern. Möchte man, dass mehr Gemüse gegessen wird, dann sollte man es auf einem großen Teller platzieren. Soll weniger Fleisch gegessen werden, dann sollte es sich auf einem kleinen Teller befinden, damit es nach mehr aussieht.
 +
 +
=== Physische Umgebung ===
  
 
=== Portionsverkleinerung ===
 
=== Portionsverkleinerung ===
 +
 +
=== Wortwahl ===
 +
 +
=== Tool ===
 +
  
  

Version vom 13. Dezember 2020, 22:47 Uhr

Was nachhaltige Ernährung bedeutet und welche Aspekte umfasst, kannst du im Artikel Nachhaltige Ernährung nachlesen.

Die Nachhaltigkeitsforscherin und Professorin Nina Langen erklärt in ihrem Vortrag sehr anschaulich, was man alles beachten und falsch machen kann. Dieser Artikel fasst einige wichtige Aspekte und Beispiel aus dem Video[1] zusammen. Der Vortrag beschäftigt sich mit der allgemeinen Definition von nachhaltiger Ernährung und geht dann auch auf psychologische Aspekte ein, die vor allem bei der Außer-Haus-Gastronomie, wie beispielsweise einer Kantine, bedacht werden sollten.

Grundsätze für nachhaltige Ernährung

Die 7 Grundsätze für nachhaltige Ernährung sind[2]:

  1. Bevorzugung pflanzlicher Lebensmittel
  2. Ökologisch erzeugte Lebensmittel
  3. Regionale und saisonale Erzeugnisse
  4. Bevorzugung gering verarbeiteter Lebensmittel
  5. Fair gehandelte Lebensmittel
  6. Ressourcenschonendes Haushalten
  7. Genussvolle und bekömmliche Speisen

Aus Sicht der Forscherin sollten auch Tierwohl und kulturelle Aspekte berücksichtigt werden. Des Weiteren glaubt sie, dass auch die Ästhetik eine wichtige Rolle spielen kann.

Es gibt sehr viele Einflussfaktoren, die für oder gegen die Wahl eines nachhaltigen Gerichts sprechen. So wollen die Menschen bei der Wahl ihres Essens nicht immer an alle Bedingungen, die daran geknüpft sind, denken. So führen manche Schlagworte, wie "gesund" und "Fairtrade" dazu, dass dieses Gericht gewählt wird, sondern zum gegenteiligen Effekt.

Interventionsmöglichkeiten

Intervention Wirkung
Lieblingsgericht
  • Soziale Wahrnehmung "das essen andere gerne"
  • Persönliche Empfindung "ich hab dafür gestimmt, also sollte ich es essen"
  • Abstimmung steigert empfundenes Involvement
Platzierung auf Speisekarte
  • Bessere Wahrnehmung von Gerichten an Schlüsselposition
Hintergrundfarbe Speisekarte
  • Unbewusste Wahrnehmung von Speiseangeboten
Reihenfolge in Servicelinie
  • Einfache Erreichbarkeit und Wahrnehmung
Beschreibende Namen
  • Beeinflussung Erwartung/Wahrnehmung der Speise
  • Einfluss auf affektiv-emotionale Bewertung der Speise
Label
  • Kognitive Informationsverwertung zu Essenswahl- und -verhalten
  • Aktivierend für persönliche Werte / Einstellungen wirken
  • Beeinflussung Erwartung / Wahrnehmung der Speise

Die Wahl eines Lieblingsgerichts und die damit verbundene Wirkung kann zum Beispiel bei der Planbarkeit helfen und damit Lebensmittelverschwendung reduzieren.

Wenn man die Reihenfolge der Servicelinie dahingehend anpasst, dass das nachhaltige Gericht dort platziert wird, wo am häufigsten gekauft wird, dann führt das zu einem erhöhten Absatz dieses Gerichts.

Nudging

Unter Nudging versteht man das Stupsen oder Schubsen in eine Richtung. Man lenkt den/die Verbraucher*in in die gewünschte Richtung.

Am Beispiel einer Konferenz: Es werden immer zwei Gerichte im Vorfeld zur Wahl gestellt. Bisher war das Fleischgericht das Default-Gericht, welches vorausgewählt war. Das wurde zu etwa 80 % bzw. die Standardauswahl nicht verändert. Im darauffolgenden Jahr wurde das vegetarische Gericht als Standard vorgestellt und es haben sich wieder etwa 80 % für das Default-Gericht entschieden oder die Auswahl nicht geändert. Es bedeutet eine Überwindung sich aktiv gegen das Gericht zu entscheiden, das "alle" wählen.

Ein weiteres Beispiel ist der Effekt von Tellergrößen. Auf kleinen Tellern sieht die gleiche Menge nach mehr aus, als bei großen Tellern. Möchte man, dass mehr Gemüse gegessen wird, dann sollte man es auf einem großen Teller platzieren. Soll weniger Fleisch gegessen werden, dann sollte es sich auf einem kleinen Teller befinden, damit es nach mehr aussieht.

Physische Umgebung

Portionsverkleinerung

Wortwahl

Tool

Quellen