Strom sparen: Wie können wir im Büro Energie einsparen?

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Version vom 23. Januar 2021, 10:48 Uhr von Pia Hasenbein (Diskussion | Beiträge)

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Auch wenn man zu Hause auf den Lichtschalter achtet und energieeffiziente Geräte nutzt – im Büro werden diese guten Vorsätze häufig vergessen oder gehen in der großen Gruppe unter. Daher fasst dieser Artikel kurz zusammen, wie man seine guten Vorsätze auch im Büro einfach umsetzen kann.

Energieeffizente Einstellungen am Computer

Im Büro dreht sich heutzutage fast alles um den Laptop oder Computer. Dieser zieht ständig Strom und ist daher die erste wirkungsvolle Stellschraube, an der man drehen kann. Bei älteren Computern sollte man den Netzstecker ziehen, wenn er nicht in Betrieb ist, da er selbst im ausgeschalteten Zustand Strom zieht. Generell sind Laptops PCs vorzuziehen, da diese weniger Stromverbrauch erzeugen. Bei einer Nutzung von vier Stunden pro Tag verbraucht ein PC inklusive Monitor ca. 87 kWh im Jahr, ein Notebook nur ca. 22 kWh. Und in Ersparnis umgerechnet sind dies in etwa 19 €.[1] Neben den Energievorteilen bringen Notebooks darüber hinaus auch den Vorteil, dass man am Arbeitsort flexibel ist, Stichwort Home-Office.

Weitere Energiespartipps sind:

  • nutzt den Energiesparmodus
  • dreht die Bildschirmhelligkeit herunter
  • stellt einfarbige Hintergrundbilder und dunkle Farben ein
  • nutzt den Dark Mode in Programmen, wo es möglich ist
  • schaltet den Laptop oder PC zum Feierabend aus, lasst ihn nicht im Standby oder klappt ihn nur zu (solltet ihr aufgrund offener Tabs im Browser ein Herunterfahren vermeiden wollen, nutzt einfach Tab Manager – diese gibt es für jeden Browser)
  • entfernt ungenutzte Programme
  • achtet auf eine funktionierende Belüftung, lagert euren Laptop dafür bspw. nicht direkt auf dem Tisch
  • ladet euren Laptop vollständig auf und entfernt dann das Netzteil
  • reizt jedoch den Akku nicht bis 1% aus
  • schließt ungenutzte Hardware ab
  • schaltet Bluetooth aus
  • setzt die Zeit zum automatischen Energiesparmodus auf wenige Minuten herunter, sodass Computer nur wenig ungenutzte Zeit hell erleuchtet verbringen

Steckerleisten nutzen

Nur wenige Geräte am Schreibtisch müssen tatsächlich durchgängig mit Strom versorgt werden. Verhindert unnötigen Stromverbrauch von Bildschirm und Co. im Standby-Modus, indem ihr Steckerleisten nutzt. Nur bei Telefon und Fax sollte eine dauerhafte Energiezufuhr sichergestellt werden. Also Stecker umstecken und zum Feierabend den Schalter für alle nicht notwendigen Geräte umlegen! Für Geräte, die ihr immer zusammen benutzt, lohnt es sich auch über Master-Slave-Steckdosen nachzudenken.

Leuchtmittel

Es ist Zeit, bei euch Lampen auszutauschen? Dann macht passende LED Leuchtmittel mit minimalem Energieverbrauch zum Teil eures Standardwarenkorbs. Und natürlich gilt: Der/Die Letzte macht das Licht aus! Wer einen Raum verlässt, hinterlässt ihn dunkel. Wenn eure Kolleg*innen hier zum Vergessen neigen, hilft vielleicht ein netter Hinweis am Lichtschalter. Für Flure, Toiletten oder Außenanlagen sind evtl. auch Bewegungsmelder angebracht.

Zeitschaltung verwenden

In jedem Büro gibt es Geräte, die nur zu bestimmten Zeiten genutzt werden. Hierfür bieten sich Zeitschaltuhren oder – wenn es etwas intelligenter sein soll – smarte Gebäudeautomationssysteme (vergleichbar mit Smart-Home-Systemen) an. Damit kann man z.B. am Wochenende oder nachts das WLAN oder den Multifunktionsdrucker automatisch abschalten. Vorteil: das kann dann auch niemand mehr vergessen.

In der Büroküche

Das Zentrum des Büros ist häufig die Küche. Hier gibt es ebenfalls die Möglichkeit, Energie zu sparen. Häufig wird bspw. der Wasserkocher maximal gefüllt, braucht dadurch sehr viel Energie und Zeit zum Aufkochen. Für eine Tasse Tee wäre allerdings eine Minimalmenge völlig ausreichend. Achtet also am besten darauf: Für wie viele Tassen kocht ihr gerade das Wasser? Ist es nur eine, achtet auf die passende Wassermenge im Kocher. Erinnert auch eure Kolleg*innen vielleicht durch einen Zettel daran. Und das überzeugendste Argument: Spare Zeit! Stehe nicht für mehrere Minuten wartend in der Küche, wenn du schon viel schneller wieder draußen sein könntest.

Zur Mittagspause sammelt sich außerdem häufig eine Traube um die Mikrowelle. Diese ist unaufhörlich in Betrieb und verbraucht so natürlich ebenfalls große Energiemengen. Mikrowellen sind bei kleinen Mengen (bis 250 ml) tatsächlich energiesparender als bspw. Herd oder Ofen.[2] Im Büro werden jedoch oft große Mengen Essen konsumiert und dafür auch erhitzt. Eine Idee, wie ihr gemeinschaftlich diese Energienutzung reduzieren könnt, ist ein gemeinsames Mittagessen. Sprecht euch ab, was ihr gemeinsam kochen wollt und genießt die Geselligkeit! Herd und Ofen erzeugen so in Summe weniger Energie, als wenn jeder seine Mittagsportion einzeln erwärmt.

Energieeffizient kaufen

Elektronik ist in unserem heutigen Arbeitsalltag einfach nicht mehr wegzudenken. Entscheidend für die Klimabilanz solcher Gerätschaften ist (neben der Produktion) auch die Energieeffizienz während des Betriebs. Achtet also bei Neuanschaffungen immer auf Energieeffizienzklassen. Zwar sind energieeffiziente Geräte oft teurer. Aber während des Dauerbetriebs im Büro rechnen sich diese ersten Mehrkosten auf der Stromrechnung. Zertifizierungen wie der Energy star oder der Blaue Engel weisen auf besonders effiziente Geräte hin. Aber Achtung: auch hier können starke Unterschiede zwischen den ausgewiesenen Produkten bestehen. Eine etwas längere Recherche lohnt also.

Strom lässt sich auch sparen, wenn man mehrere Geräte oder deren Funktionen zusammenlegt. Braucht man wirklich auf jeder Etage einen Drucker? Und wenn er sowieso da steht, kann er nicht gleich die Funktion des Faxgeräts mit übernehmen? Vielleicht kann man auch das papierlose Büro verwirklichen und den Drucker gleich ganz abschaffen.

Bedenkt bei einer Neuanschaffung zudem immer auch: Bedarf es überhaupt einer elektrischen Lösung? Höhenverstellbare Schreibtische gibt es bspw. als bequeme elektrische Lösung oder aber als Kurbelvorrichtung. Letztere erfordert zwar ein wenig Bewegung und Muskelkraft, ist aber sowohl energiesparend als auch günstiger in der Anschaffung. Gleichzeitig regt sie auch noch den Kreislauf durch Bewegung an – eine Win-Win-Win Situation also!

Fazit

Du siehst: Schon mit minimalen Änderungen kann ein Beitrag zum nachhaltigeren Büro geleistet werden. Und super daran ist: Die Tipps sind auch auf das Home-Office übertragbar! Und dort schont das Stromsparen nicht nur die Umwelt, sondern auch den eigenen Geldbeutel.

Quellen