Unternehmenskultur: Wie gestalte ich Weihnachten im Unternehmen nachhaltiger?

Aus ErWiN
Version vom 13. Februar 2021, 12:46 Uhr von Pia Hasenbein (Diskussion | Beiträge)

Weihnachtsteller.jpeg

Weihnachten ist auch häufig im Unternehmen eine besondere Zeit: Viele Büros sind dekoriert, Weihnachtsfeiern finden statt, es wird gewichtelt und der Gang mit Kolleg*innen über den Weihnachtsmarkt ist fast schon obligatorisch – sofern dieser stattfinden kann. Die Stimmung ist auch meist etwas besinnlicher – trotz des vielbeschworenen Weihnachtsstresses, der sich auch in Unternehmen breit machen kann. Warum also diese besondere Zeit im Jahr nicht auch nutzen, um die Nachhaltigkeitsbotschaft (attraktiv verpackt) zu verbreiten? Wir stellen hier zusammen, wie man durch kleine Ideen den ökologischen Fußabdruck des Unternehmens zu Weihnachten kleiner werden lassen kann – und wie man den Nachhaltigkeitsgedanken unaufdringlich bei Mitarbeitenden, Kund*innen und Co. platzieren kann.

Geschenke schenken

In einem Unternehmen werden an verschiedensten Stellen Präsente verschenkt und auch erhalten. Bedacht werden meist Mitarbeitende, Kund*innen und wichtige Geschäftspartner*innen. Nicht selten fallen solche Geschenkideen dann wenig persönlich und ohne Mehrwert aus, weil man mit einer Idee alle Stellen bedient und in Großpackungen bestellt. Die Arbeit, die man sich in Unternehmen machen müsste, um persönliche Geschenke an jeden und jede zu verteilen, wäre wiederum unverhältnismäßig im Aufwand. Warum dann also nicht überlegen, welche Geschenke den Beschenkten richtigen Mehrwert bringen? Allein von Wegwerfprodukten und überflüssigem Schnick-Schnack mit Firmenlogo wegzukommen ist schon ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Wir haben einige weitere Ideen für Geschenke gesammelt, die nicht den Geldbeutel sprengen, den Beschenkten länger Nutzen bringen und gleichzeitig auch noch nachhaltig sind. Aus Erfahrung können wir sagen: Das Feedback der Beschenkten wird eure Entscheidung bestätigen!

  • Bienenwachstücher. So regt man direkt zur müllfreieren Mittagspause oder einer folienfreien Küche an.
  • Samenbomben. Mit Blumensamen kann man die Vorfreude auf den Frühling wecken. Und die Freude an den Blüten sowie die Erinnerung an das Geschenk hält bis ins neue Jahr.
  • Insektenhotels. Vor allem in Städten sind artgerechte Insektenunterkünfte spärlich gesät. Warum dann also nicht dazu anregen, auf der Dachterrasse der Geschäftspartner*innen, dem Balkon der Mitarbeitenden oder der Fensternische von Großkund*innen etwas für den Bio-Diversitätserhalt zu tun? Und über das Jahr hinweg werden viele beim Beobachten des Insektenflugs auch noch an das eigene Unternehmen denken.
  • Trinkflaschen. Genügend große (0,75-1 Liter) und qualitativ hochwertige Trinkflaschen (natürlich BPA-frei) sparen nicht nur Plastik ein und regen zum Trinken von Leitungswasser an, sie sorgen auch dafür, dass man gesunde Mengen an Wasser zu sich nimmt.
  • ansonsten auf Fairtrade sowie Regionalität der Anbietenden achten.

Grußkarten mit mehreren Botschaften senden

Bei der Auswahl der Weihnachtsgrußkarten kann man allein mit dem Material eine Botschaft senden. Je weniger Chemie und Versiegelung das Papier erfährt, desto besser. Aber beim Recyclingpapier oder anderen Naturmaterialen und schonendem Druck muss es nicht aufhören. Karten auf Samenpapier bleiben nachhaltig im Gedächtnis von Kartenempfänger*innen, da sie im Frühjahr die Blütenpracht bewundern können. Das Papier ist zwar etwas teurer, doch kann man durch dieses zweite Geschenk im neuen Jahr guten Gewissens auf andere geschenkte Kleinigkeiten verzichten. Und über die gedruckte Botschaft auf der Karte hinaus wird auch immer noch der Nachhaltigkeitsgedanke unaufdringlich mitversendet.

Bewusst verzichten

Anstelle von Geschenken kann natürlich auch bewusst auf den Konsum verzichtet oder dieser zumindest eingeschränkt werden. Anstatt großer Ausgaben für Kund*innen und Geschäftspartner*innen kann auch einfach ein gemeinnütziges Projekt unterstützt werden. In den Weihnachtsgrüßen (auf Samenpapier) kann dies auch ganz klar formuliert werden. Spenden oder Patenschaften vor allem für lokale Projekte oder Projekte, die dem Unternehmenszweck nahestehen, machen hier vielleicht am meisten Sinn. Oder aber man lässt Mitarbeitende über die Organisation abstimmen, der das Weihnachtsgeschenkegeld zugute kommt. Im Team ist es darüber hinaus möglich, durch gemeinschaftliche Teamgeschenke den Nutzen auf alle auszudehnen, ohne dass alle Mitarbeitenden ein individuelles Geschenk erhalten. Angefangen beim Teamadventskalender, bei dem um die Türchen gelost werden kann, bis zu einem außergewöhnlichen, aber gemeinsamen Gebrauchsgegenstand oder einer Teamaktivität.

Deko & der Weihnachtsbaum

Die weihnachtliche Stimmung wird nicht selten stark durch gemütliche Deko in den Arbeitsräumen mitgestaltet. Hier und da eine Lichterkette und natürlich der Weihnachtsbaum! Dabei sollte man immer hinterfragen – was ist wirklich notwendig, weil es echte Freude bringt, und was ist überflüssig? Hier einige Ideen, wie man die Nachhaltigkeit beim Dekorieren nicht aus dem Blick verliert:

  • Naturmaterialien statt Plastik. Zapfen, Orangenscheiben oder Holz bringen weihnachtliche Gefühle, landen aber nicht als Mikroplastik in unseren Weltmeeren, wenn wir sie doch nicht mehr so schön finden.
  • Wiederverwenden statt wegwerfen. Auch bei der Arbeit braucht man nicht jedes Jahr frische Deko. Entweder, man lagert für das Büro gekauftes ein (so wie man es daheim tut) oder aber es dürfen Mitarbeitende ihre Dekoelemente von Zuhause mitbringen, die sonst dort nur in Kisten lagern.
  • LED. Lichterketten machen es vielen Menschen warm ums Herz. Dank Lichterketten kann man teilweise sogar auf Schreibtischlampen oder Deckenbeleuchtung verzichten. Dabei ist es aber immer wichtig: Lieber in gute Qualität und LED Leuchten investieren, damit man viele Jahre etwas von der sparsamen Lichterkette hat.
  • Weihnachtsbaum – ja oder nein? Keine Frage: Jedes Jahr frisch gefällte Tannen ins Unternehmen zu holen, ist nicht wirklich nachhaltig. Auch die eingetopfte Variante enttäuscht häufig: Sie ist schwer zu händeln und viel zu häufig wurden einfach abgeschlagene Tannen in Eimer voll Erde gesetzt, ohne tatsächlich aktives Wurzelwerk. Weihnachtsbäume können mittlerweile sogar geliehen werden – evtl. eine Option, wenn dafür die Tannen nicht durch das Bundesgebiet hin und her versendet werden müssen. Bestenfalls verzichtet man also auf die frische Tanne – auch wenn dies die gewohnten Weihnachtsstimmung zunächst etwas schmälern dürfte. Auf Firmengeländen könnte jedoch eine Tanne fest gepflanzt werden, die dann jedes Jahr wieder mit Lichtern geschmückt wird. Und in den Räumen gibt es einfache Alternativen: Wiederverwertbare "Bäume". Sie können nach Weihnachten verstaut werden und zum passenden Zeitpunkt wieder hervorgeholt werden. Es gibt natürlich Plastikvarianten, von denen erst mal abzuraten wäre. Aber auch Holzgestelle ermöglichen es einem, Baumschmuck zu hängen und Lichterketten zu platzieren. Natürlich fehlt hier dann das grüne Nadelwerk, aber auch das Saugen und umständliche Wegbringen der Bäume bleibt einem so erspart. Und wenn man doch nicht auf den echten Baum verzichten möchte: Der gefällte Baum wird, wenn man ihn zu Sammelstellen bringt, meist zu Futtermitteln oder Komposterde weiterverwertet. Also immerhin!

Fazit

Auch im Unternehmen muss ein nachhaltiges Weihnachten nicht teuer sein. Es bedarf aber häufig ein wenig mehr Vorbereitung – und vor allem Zeit zum Recherchieren. Wenn man sich diese jedoch nimmt, also einmal investiert, dann hat man für die kommenden Jahre diese Arbeit bereits getan und kann entspannter in die Weihnachtssaison starten. Das Beispiel Weihnachtsbaum illustriert dies passend: Investiert man in eine wiederaufstellbare Alternative und beschäftigt sich mit der zugehörigen Recherche, hat man die kommenden Jahre keinen Besorgungs-, Putz- oder Abbaustress. Auf jeden Fall ist ein nachhaltigeres Weihnachten immer auch ein sichtbares, aber unaufdringliches Zeichen an Mitarbeitende und nach außen, dass man hinter seinen Nachhaltigkeitswerten steht und dass es doch ganz einfach sein kann, etwas nachhaltiger zu sein.