Nachhaltige Veranstaltungen: Wissenswertes

Aus ErWiN

Einführung

Veranstaltungen, größere Meetings und Workshops zählen zu den besonderen Müllverursachern im Büroalltag. Dazu gehören das übriggebliebene Essen vom Catering, ausgedruckte Veranstaltungsprogramme oder Unterlagen wie Feedbackbögen, die jedem Teilnehmer zu Verfügung gestellt werden.

Die papierlose Veranstaltung

Vor allem für die Papierflut bietet die Digitalisierung viele Möglichkeiten, um Müll zu vermeiden oder wenigstens zu reduzieren. Veranstaltungsprogramme und besonders Feedbackbögen können komplett digital zur Verfügung gestellt werden. Dies erleichtert zudem die Auswertung der Bögen und spart damit nicht nur Papier sondern auch Zeit. Bei größeren Veranstaltungen und besonders bei Veranstaltungsreihen kann es sich lohnen in eine Veranstaltungs-App zu investieren. Plattformen wie Eventmobi, Eventee, Eventool und LineUpr bieten in diesem Bereich vielfältige Möglichkeiten. In Eventmobi lassen sich beispielsweise Veranstaltungssponsoren integrieren und Push-Nachrichten für Programmpunkte oder Sponsorenwerbungen versenden. Funktionen wie diese bieten zusätzlich die Möglichkeit, Müll durch Werbeflyer zu reduzieren. Leider sind die meisten dieser Plattformen mit Kosten verbunden.

Weitere Maßnahmen:

  • Bereitstellung von Broschüren über QR-Codes
  • Falls der Ausdruck von Unterlagen nicht vermeidbar ist:
    • Verwendung von Recyclingpapier, das den „Blauen Engel“ trägt bzw. dessen Kriterien erfüllt
    • Verkleinerung von Formaten (mehrere Seiten pro Blatt)
    • Verwendung von doppelseitig bedruckten Unterlagen und Handouts
    • Minimierung der verteilten Handouts (genaue Recherche der Anzahl der Teilnehmenden)

Catering

Das Anbieten von Getränken und / oder Speisen gehört zu fast jeder Veranstaltung. Besondere Beachtung finden bei der Auswahl von Speisen und Getränken sollten hier saisonale, ökologisch angebaute und fair gehandelte Produkte.

Etwa ein Drittel aller im Außer-Haus-Verzehr hergestellten Speisen landen im Abfall.[1] Zur guten Vorplanung einer Veranstaltung gehört, das benötigte Essen möglichst genau zu kalkulieren, um Essensabfälle zu verringern. In der Regel sind selbst gute Kalkulationen immer noch recht großzügig ausgelegt, damit am Ende auch jede*r Teilnehmer*in genug zu Essen bekommt. Daher bleiben oft auch bei guter Vorplanung einige Nahrungsmittel übrig. Damit diese nicht weggeworfen werden müssen, kann man den Veranstaltungsmitarbeiter*innen die Möglichkeit bieten, das Essen entweder in selbst mitgebrachten oder in kompostierbaren Behältnissen mit nach Hause zu nehmen. Diese Möglichkeit kann auch mit einer kleinen, freiwilligen Spende für das mitgenommene Essen kombiniert werden. Am Ende des Jahres kann das gesammelte Geld dann einer gemeinnützigen Organisation gespendet werden.

Weitere Maßnahmen:

  • Bereitstellung von leitungsgebundenem Trinkwasser in Karaffen
  • Einsatz umweltfreundlicher Papierprodukte
  • Beschriftung von Gerichten, damit Allergien oder Unverträglichkeiten auslösende Speisen klar erkennbar sind
  • Verwendung von Mehrweggeschirr, Mehrwegbesteck und Gläsern
  • Einsatz von Verpackungen, durch die Abfälle vermieden oder verringert werden
  • Beschriftung der Speisen am Buffet (Vermeidung von „Fehlgriffen“)
  • Sensibilisierung des Ausgabepersonals, z. B. Ausgabe kleinerer Mengen, gezieltes Nachlegen von Speisen
  • Verteilung von übrig gebliebenen Speisen an gemeinnützige Organisationen, z. B. an Tafeln, soweit die geltenden Hygienevorschriften das zulassen
  • Getrennte Sammlung von Küchenabfällen
  • Getrennte Sammlung von altem Speiseöl aus Fritteusen

Fazit

An vielen Stellen einer Veranstaltung bieten sich Möglichkeiten zur nachhaltigen Optimierung. Einige Schritte sind dabei aus unterschiedlichen Gründen einfacher umzusetzen als andere – deshalb unser Tipp: Beginnt dort, wo es für euch und eure Veranstaltung am einfachsten umzusetzen ist!

Quellen

  1. Umweltbundesamt, 2016: Entwicklung von Instrumenten zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen, UBA-Texte 85/2016, S. 65, https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/entwicklung-von-instrumenten-zur-vermeidung-von