Wie fördere ich Motivation und schaffe Verbindlichkeit?

Aus ErWiN
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Um das Gelingen von Projekten zu fördern, ist es wichtig, alle Projektbeteiligten motiviert und bei der Sache zu halten. Aufgaben sollten dann erledigt werden, wenn sie erledigt werden müssen, damit das Vorankommen im Team gesichert ist. Aber wie schafft man es, Motivation zu halten und genug Verbindlichkeit zu schaffen? Besonders bei unternehmensinternen Projekten kann das schwierig werden, weil schnell andere Aufgaben, die man für Kunden erledigen muss, wichtiger scheinen. Hier folgen also einige Tipps, wie ihr die Motivation in eurem Nachhaltigkeitsteam hoch halten könnt.

Motivation im Kernteam

Das Kernteam ist das Herzstück eures Nachhaltigkeitsprojekts. Wie ihr dieses gründen könnt und sinnvoll zusammensetzt, erfahrt ihr im Artikel: "Wie gründe ich ein Nachhaltigkeitsteam?". Ihr solltet es (auch bei einer großen Unternehmensgröße) bei drei bis maximal sieben Nachhaltigkeitsbegeisterten halten, um allein durch die geringe Zahl an Mitstreiter*innen Verbindlichkeit für die Aufgaben zu schaffen. Aber auch Absprachen, gemeinsame Meetings und das Verteilen von eindeutigen Zuständigkeiten fällt so leichter. Hier einige weitere Tipps für die Arbeit in eurem Kernteam:

  • "Motivationsschreiben" in der Bewerbung. Allein ein kurzes Schreiben kann als kleine Einstiegshürde nützen, um tatsächlich Motivierte zu identifizieren. Außerdem bietet euch dieses die Möglichkeit, bereits unternehmensspezifische und interessante Nachhaltigkeitsthemen aufzudecken, die Bewerber*innen aufwerfen.
  • Feste Zeitslots mit Pflichtanwesenheit. Ein interdisziplinäres internes Projekt voranzutreiben birgt immer die Schwierigkeit, dass es der Arbeit für Kund*innen nachgeordnet wird. Aufgaben werden geschoben, aufgrund von Zeitmangel oberflächlich erledigt oder geraten gar ganz in Vergessenheit. Wenn ihr euch jedoch feste Absprachetermine setzt und regelmäßige Meetings einberuft, gewinnen Aufgaben an Verbindlichkeit. Eure Teamarbeit hat so feste Präsenz in eurem Arbeitskalender und das Thema ist schwieriger aus dem Blick zu verlieren. Dabei gibt es verschiedene Formate, die sich eignen, und zwischen denen euer Team das für euch richtige heraussuchen muss. Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel: "Welche Meetings braucht unser Team?".
  • Austausch mit anderen Unternehmen herstellen. Ihr müsst das Rad nicht neu erfinden. Viele Unternehmen gehen gerade denselben Weg wie ihr oder sind ihn vielleicht bereits gegangen. Warum dann also nicht voneinander profitieren? Geht offen mit euren Erfahrungen um, denn wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es auch wieder heraus. Wenn ihr nicht bereits selbst Mitarbeitende anderer Unternehmen kennt, die denselben nachhaltigen Weg für ihr Unternehmen eingeschlagen haben, sind die Employees for Future auf jeden Fall für euch da, um in Austausch zu treten.
  • Kanal für das Kernteam-"Zwischenfreuen". Viele Unternehmen bieten Chatfunktionen für die Zusammenarbeit an. Legt euch einen solchen an und teilt eure Arbeitsfortschritte. Jede abgeschlossene Teilaufgabe ist ein Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Wirtschaft und darf gefeiert werden. Das motiviert untereinander, aber vergegenwärtigt auch das Thema bei jedem von euch.
  • Arbeit muss Spaß machen. Macht euch die Nachhaltigkeitsarbeit so angenehm wie möglich. Wenn die Arbeit Spaß macht, gehen Projekte fast wie von selbst voran und Ideen sprudeln. Meetings machen bspw. dann Spaß, wenn man Brainstorming-Methoden variiert, alle beteiligt sind und man eine klare Agenda mit klaren Zielsetzungen hat. Seid positiv, konstruktiv und belohnt euch ab und zu auch mal mit einem Plätzchenteller, gemeinsamen Mittagessen oder vielleicht sogar einem Team-Event.
  • Platz für Anerkennung. Feiert eure Erfolge und teilt es euren Mitstreiter*innen mit, wenn etwas gut gelaufen ist.
  • Experten benennen. Verteilt Aufgaben so, dass eure Kompetenzen, aber auch Interessen dazu passen. Nicht jeder Teil des Kernteams muss über alles Bescheid wissen oder an allem mitarbeiten können. Benennt klare Zuständigkeiten für verschiedene Kernthemen und nutzt euer Kernteam lieber dazu, euch auszutauschen, andere Blickwinkel zu gewinnen und Feedback einzuholen.

Motivation in der gesamten Belegschaft

  • Sichtbarkeit der Erfolge für alle. Kommuniziert eure Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Nutzt dazu beispielsweise euren internen Newsletter, eure interne Chatfunktion, eine Rundmail, das Intranet oder welche Kanäle euer Unternehmen auch immer für die interne Kommunikation nutzt. Erfragt dabei von den jeweils Zuständigen, ob das Thema Nachhaltigkeit bspw. zu einem festen Newsletter-Punkt werden kann oder ihr im Intranet eine eigene Kategorie für Interessierte anlegen könnt. Interessierte, die selbst nicht in eurem Team mitarbeiten (sei es aus Zeit- und/oder Motivationsgründen) wissen so dennoch, dass es voran geht.
  • Fester Nachhaltigkeitsansprechpartner. Wenn ihr eine*n feste*n Ansprechpartner*in für Nachhaltigkeitsthemen gegenüber dem Rest der Belegschaft benennt und diese*r immer wieder zu Feedback, zum Fragen stellen oder Ideen äußern einlädt, ist das Nachhaltigkeitsteam nahbarer und erscheint gleichzeitig transparenter.
  • Themenwochen. Sensibilisiert eure Kolleg*innen für das Thema Nachhaltigkeit, indem ihr ihnen die vielfältigen Möglichkeiten aufzeigt, wie man (ganz einfach und ohne große Einstiegshürden) bei der Arbeit und privat nachhaltiger handeln kann. Regelmäßige Themenwochen helfen dabei, Nachhaltigkeit dauerhaft in den Köpfen zu verankern und aufzuzeigen, dass man nicht "Vollblut-Öko" sein muss, um dem Planeten etwas Gutes zu tun.
  • Nachhaltigkeits-Challenges. Diese Idee geht noch einen Schritt weiter als Themenwochen. Wenn ihr spielerisch den Ehrgeiz eurer Kolleg*innen weckt, könnt ihr punktuell eine hohe Wirkung erzielen und sensibilisiert auf lange Sicht. Wer schafft bspw. die meisten Kilometer beim Stadtradeln? Welches Team schafft es innerhalb einer Woche am wenigsten Müll zu produzieren? Welcher Standort kann innerhalb eines Jahres am wenigsten Strom pro Mitarbeiter*in verbrauchen? Das sind nur wenige Ideen, bei denen ihr aber natürlich darauf achten müsst, dass die Voraussetzungen für das Mitmachen so gerecht wie möglich sind.
  • Private Beiträge sichtbar machen. Das nachhaltige Handeln sollte nicht beim Verlassen des Arbeitsplatzes enden. Ruft Möglichkeiten ins Leben, bei denen privates Engagement und Ideen vorgestellt werden können und Mitarbeiter*innen Inspiration mit in ihren Alltag nehmen können. Ruft zum Beispiel ein gemeinsames Mittagessen für alle Interessierten ins Leben, bei dem sich thematisch ausgetauscht werden kann oder hängt eine Pinnwand auf, auf der Tipps und Erfahrungen geteilt werden können, die nicht das Unternehmen betreffen. Häufig fallen so dennoch Vorschläge und Ideen für einen noch nachhaltigeren Arbeitsplatz ab.
  • Team-Events. Viele Unternehmen wollen den Zusammenhalt von Teams durch Teambuilding-Maßnahmen stärken. Warum dann solche Events nicht auch mit einem Nachhaltigkeitsaspekt versehen? Baumpflanzen, Clean-ups und vieles mehr tun Team und der Umwelt gut.

Fazit

Es ist unserer Erfahrung nach sinnvoll, bezüglich Motivation für Nachhaltigkeitsthemen auf den "Trickle-Down-Effekt" zu setzen. Ihr braucht nicht jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter komplett von jeder Maßnahme überzeugt haben, sodass sie begeisterte Nachhaltigkeitsverfechter werden. Die Begeisterung und Motivation des Kernteams und des erweiterten Teams für die Thematik wird ausstrahlen. Und durch diese Strahlkraft werden nach und nach die meisten Personen erreicht. Quasi nach dem Motto "steter Tropfen höhlt den Stein".